Learning in small steps

[English below]

Das Gracie Jiu-Jitsu ist sehr körpernah und verlangt praktisch von der ersten Lektion an, dass man sich mit den Trainingspartnern abgibt und zu messen beginnt. Dieses «sich messen» findet in einem freundlichen Rahmen statt, der auch Platz lässt um Techniken ohne Druck auszuprobieren. Ein respektvoller Umgang und Kollegialität stehen zuoberst und sind selbstverständlich für jeden Jiu-Jitsuka. Als Einzelkämpfer hat man bei uns nichts zu suchen, denn ohne Trainingspartner kann man auch nichts üben! Bei uns gibt es keine Katas bzw. Formen, wie man sie vielleicht aus anderen Kampfsportarten kennt.

Mit der Zeit erreicht man sowohl ein besseres Körpergefühl wie auch ein besseres Gespür dafür, wie man auf seinen Trainingspartner reagieren muss. Damit verbunden ist ebenso ein weiterer Lernprozess, nämlich die korrekte Nutzung von Kraft und Ausdauer, damit einem nicht gleich nach einer Minute die Luft wegbleibt.

Das Gracie Jiu-Jitsu hat zwar einen starken Fokus auf Grappling, Hebel- und Würgetechniken und so kann es gut sein, dass eine Trainingseinheit ohne «Striking»-Techniken abläuft und so der Eindruck entsteht, diese würden in unserem System ignoriert. Dieser Eindruck wäre aber völlig falsch! Striking ist ein wichtiger Bestandteil des authentischen Gracie Jiu-Jitsu und einer der Unterschiede zu einem reinen Sport-Brazilian-Jiu-Jitsu.

~Franco Vacirca Garcia

Beim Training wird man als Weissgurt-Träger schon bald dazu eingeladen, Theorie in die Praxis umzusetzen. Es wird nicht immer gleich funktionieren, denn es fehlen noch Erfahrungswerte. Aber niemand verlangt, dass es sofort hundertprozentig funktioniert. Nach den ersten Trainings geht man nach Hause mit dem Gefühl, als wäre man von einem Bulldozer überrollt worden. Neulinge mit einem grossen Ego gehen eher frustriert nach Hause!

Es spielt keine Rolle, ob man beim Randori gewonnen oder verloren hat. Die während des Trainings gesammelte Erfahrung macht allerdings aus, ob man den Jiu-Jitsu-Weg weitergeht oder aufhört. Die Herausforderung besteht also nicht zuletzt darin, Spass und Freude zu haben. Mit erhobenem Kopf aus dem Training zu gehen und sich bewusst sein, dass man wieder was dazugelernt hat – das macht es aus! Auch wenn es nur kleine Bewegungen sind, kleine Schritte, die man dazu gelernt hat.


Gracie Jiu-Jitsu is close – body to body, and practically from the very first lesson, it requires you to engage with your training partners and begin to compete. This “measuring up” takes place in a friendly setting that also leaves room to try out techniques without pressure. Respectful interaction and collegiality are top priority and are a matter of course for every Jiu-Jitsuka. As a lone fighter you have no business here, because without a training partner you cannot practice! We do not have any Katas or forms as you might know them from other martial arts.

Over time, you will achieve both a better body awareness and a better sense of how to respond to your training partner. This is also associated with another learning process, namely the correct use of strength and endurance, so that you do not run out of breath after a minute.

Although Gracie Jiu-Jitsu has a strong focus on grappling, leverage, and choking techniques, it is possible that a training session may be conducted without striking techniques, giving the impression that these are ignored in our system. But this impression would be completely wrong! Striking is an important part of authentic Gracie Jiu-Jitsu and is one of the differences to pure sports Brazilian Jiu-Jitsu.

~Franco Vacirca Garcia

As a White belt, you will soon be invited to put theory into practice during training. It will not always work the same way, because there is still a lack of experience. But nobody demands that it works one hundred percent immediately. After the first training sessions you go home with the feeling as if you had been run over by a bulldozer. Newcomers with a big ego tend to go home frustrated!

It does not matter if you won or lost at Randori. However, the experience gained during training determines whether one continues the Jiu-Jitsu path. So, the challenge is not least to have fun and enjoyment. Walking out of the training with your head held high and being aware that you have learned something new – that is what it is all about! Even if it is only small movements, small steps that you have learned.

Published by vacirca_brothers

Vacirca Brothers est. 1989